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Horst Seehofer

Versicherungsschutz für Landwirte gegen Naturkatastrophen

Landwirtschaftsminister Horst Seehofer stellt staatliche Förderung der Versicherungsprämien in Aussicht

Von Diplom Betriebswirt Karl-Helmut E. Zermin

Naturkatastrophen, wie Starkregen, Hochwasser und Überschwemmung, Trockenheit und Niederschlagsmangel sowie Spätfrost, verursachen auch in Deutschland erhebliche Ernteausfallschäden in der Landwirtschaft. Während das Hagelrisiko in Deutschland über die Hagelversicherung abgedeckt wird, besteht für die anderen Naturkatastrophen aber kaum Versicherungsschutz. Sie treten aber häufig großräumig auf und verursachen somit weit höhere Schäden als regional auftretende Hagelschlag.

Besonders bei Starkregen nebst Hochwasser und Überschwemmung, Trockenheit, Auswinterung und Spätfrost kommt es aber zu folgenschweren Aufwuchs- und Ernteschäden in der Landwirtschaft.

Ab 2010 erhalten Landwirte bei Naturkatastrophen nach der „Mitteilung der EU-Kommission an den Rat über das Risiko- und Krisenmanagement in der Landwirtschaft“ aus dem Jahr 2005 aber nur noch in Ausnahmefällen staatliche Hilfen, wenn sie stichhaltig nachweisen können, dass ihnen keine bezahlte Versicherung gegen den Ernteausfall angeboten wird. An die Stelle von Ad-hoc-Hilfen sollen EU-weit staatlich gestützte Versicherungssysteme treten, wie sie bereits in der Mehrzahl der EU-Länder und international bestehen.

Die deutsche Landwirtschaft verfügt allerdings bis dato über keinerlei adäquaten Versicherungsschutz mit staatlicher Prämienstützung, eine Tatsache, die im europäischen Binnenmarkt und in einer globalisierenden Welt als zunehmender Wettbewerbsnachteil für die nationalen Pflanzen- und übrigens auch Tierproduzenten zu bewerten ist.

Jetzt hat sich aber der Bundesminister für Ernährung, Landwirtschaft und Verbraucherschutz Horst Seehofer für eine deutsche Versicherungslösung gegen Ernteschäden stark gemacht. Auf dem Kongress der Internationalen Vereinigung der Hagelversicherer (AIAG) in Berlin sagte Seehofer: „Der Klimawandel und die Wetterkapriolen erfordern auch in Deutschland eine Versicherungslösung für Ernteschäden“. „Direktzahlungen und ad-hoc-Hilfen an betroffene Landwirte würden ab 2010 und vor allem ab 2013 erheblich zurückgehen, so der Agrarminister: „Eine Teilfinanzierung von Versicherungsprämien durch den Staat macht dann Sinn.“, so Seehofer weiter. Als Versicherte müssten Landwirte auch im Falle eines Schadens durch Naturkatastrophen, wie Dürre oder Überschwemmung, nicht länger als Bittsteller auftreten. Seehofer verspricht, in Gesprächen mit dem Bauernverband und der Versicherungswirtschaft eine Lösung anzugehen.

Bereits im Mai 2007, also nach der langen Trockenheit, sprach sich Horst Seehofer in der ARD eindeutig für eine Ernteversicherung aus. Damals sagte Horst Seehofer im ARD-Bericht aus Berlin „Die Franzosen schlagen schon seit einiger Zeit für solche Fälle Ernteversicherungen vor“.

Die Trockenheit treibt die Lebensmittelpreise nach Expertenschätzung um bis zu 20 Prozent nach oben. Auch dieser drastische Preisanstieg soll mit einer Versicherungslösung für Ernteschäden eingedämmt werden.

Interessierte Leser und Leserinnen können beim Gesamtverband der Deutschen Versicherungswirtschaft unter F.Thyrolf@gdv.de das entsprechende Positionspapier „Ernte-Mehrgefahrenversicherung in Deutschland – Risikopartnerschaft zwischen Landwirten, Versicherungen und Staat „ der GDV-Arbeitsgruppe Hagelversicherung anfordern.

 

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