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Politische Rede
Eröffnung eines Dienstleistungszentrums
Es spricht ein Bürgermeister
Begrüßung
Liebe Mitbürgerinnen und Mitbürger !
Es ist für mich eine große Freude, heute in ...(Namen der Gemeinde einsetzen) unser neues Dienstleistungszentrum einzuweihen.
Hier in diesem Dienstleistungszentrum verwirklichen 10 junge Existenzgründerinnen und Existenzgründer ihre Vision von der Selbständigkeit. Und dazu haben wir nicht Papas Söhne gebraucht, die alles in die Wiege gelegt bekommen haben, sondern junge Unternehmerinnen und Unternehmer mit einer Vision.
1. Würdigung und kurze Beschreibung des Gründungsprojektes
Ich hoffe, dass dieses 10-Millionen-Projekt schnell den verdienten Erfolg haben wird und dass dadurch hier ein günstiges Klima für Unternehmergeist und Innovation entsteht. Ich hoffe und wünsche mir, dass dieses Dienstleistungszentrum der Blickfang unserer Gemeinde wird.
Ich hoffe und wünsche mir aber auch, dass dieses vom Kreis, der Gemeinde, der Sparkasse ...(Namen der Sparkasse einsetzen) sowie der Industrie und Handelskammer ...(Namen einsetzen) getragene Projekt Schule macht. Dieses Projekt soll künftig Ansporn für weitere Unternehmensgründungen in unserer Gemeinde sein.
Denn eine hohe Leistungs- und Wettbewerbsfähigkeit von Gewerbe, Handel und Dienstleistungen ist die Grundlage für eine gesunde Bevölkerungsstruktur und eine blühende Gemeinde zum Wohle aller Einwohner. Eine Politik zur Förderung der wirtschaftlichen Leistungsfähigkeit ist gleichzeitig aber auch städtische Arbeitsmarkt und Verkehrspolitik. Sie dient der Sicherung und Ausweitung des Arbeitsplatzangebotes vor Ort und vermindert die Arbeitslosigkeit und die städtischen Soziallasten.
Alleine hier in diesem Dienstleistungszentrum sind ...(Anzahl einsetzen) neue Arbeits- und ...(Anzahl einsetzen) neue Ausbildungsplätze geschaffen worden.
Wir haben jedoch keine Zeit, uns auf unseren Erfolgen auszuruhen. Gemeinsam müssen wir daran arbeiten, auch weiterhin erfolgreich zu sein. Nur dann können wir die Zukunft unserer Gemeinde und die Zukunft unserer Arbeitsplätze sichern.
Es ist eine Zukunft in schwieriger Zeit. Deutschland befindet sich heute in einer gesellschaftlichen Krise. Auch wir als Gemeinde können uns von dieser Entwicklung nicht abkoppeln. Aber wir können uns in den nächsten Jahren darauf einstellen. Wir können und wir müssen in den nächsten Jahren unsere Kräfte stärken, um den Wandel in unserer Gemeinde erfolgreich zu bewältigen.
2. Überleitung zum politischen Teil der Rede
Dazu brauchen wir Sie, liebe Mitbürgerinnen und Mitbürger! Wir brauchen nicht nur Ihr Engagement in Ehrenämtern, sondern vor allem auch Ihre Bereitschaft, die Veränderungen in unserer Gemeinde mitzutragen.
Liebe Mitbürgerinnen und Mitbürger! 1999 finden in 7 der 16 Bundesländer Kommunalwahlen statt. Auch in unserer Gemeinde sind Sie, liebe Mitbürgerinnen und Mitbürger, dieses Jahr zur Wahl aufgerufen. Lassen Sie mich daher einige Worte zu den Wahlen am ...(Datum einsetzen) sagen.
3. Wahlkampfthema: Kommunale Finanzpolitik
Unsere Gemeinde ist im Vergleich zu anderen Gemeinden relativ wohlhabend. Die strukturellen und konjunkturellen Veränderungen der letzten Jahre hatten jedoch Einnahme-Minderungen in Höhe von ca. ...(Zahl einsetzen) Mark jährlich (z. B. durch niedrigere Einkommen und Gewerbesteuer, geänderter Finanztransfer zu Lasten kreiszugehöriger Städte) und Mehrausgaben in Höhe von ca. ...(Zahl einsetzen) Mark jährlich (z. B. durch Kosten für die Deutsche Einheit, Kriegsflüchtlinge und Asylsuchende) zur Folge.
Diese jährlichen Mehrbelastungen von ca. ...(Zahl einsetzen) Mark konnten nicht allein durch Einsparungen bei der Verwaltung aufgefangen werden. Daher haben wir in diesem Jahr ein Haushaltsdefizit in Höhe von ...(Zahl einsetzen) Mark. Daran gibt es nichts zu beschönigen und auch nichts zu vertuschen.
Unsere Haushaltslage erfordert daher eine strikte Konsolidierungspolitik mit viel Phantasie und Kreativität. Wir können in unserer Gemeinde derzeit keine teuren Investitionsprogramme auflegen. Wir wollen aber weiterhin investieren in den Bereichen Wohnen, Arbeiten und Umwelt. Die städtischen Gebühren, Abgaben und Steuern sollen dabei möglichst stabil bleiben.
4. Soziales Wahlkampfthema: Selbsthilfeprojekte
Seit Jahren engagieren Sie sich, liebe Mitbürgerinnen und Mitbürger, in Selbsthilfegruppen, um zum Beispiel Ihre Ortsteile zu verschönern oder um lange geforderte Projekte zu realisieren. Diese Projekte werden wir auch in Zukunft fordern.
Auch die Initiative "Hilfe zur Arbeit", die vom Sozialamt der Stadt und der Wirtschaftsförderungsgesellschaft betreut wird, werden wir weiter ausbauen, um möglichst viele Sozialhilfeempfänger wieder in das Erwerbsleben einzugliedern und gleichzeitig unrechtmäßige Bezieher von Sozialhilfe zu erfassen und vom Bezug auszuschließen.
5. Soziales Wahlkampfthema: Situation der Kinder und Jugendlichen
Junge Leute und Kinder werden in Deutschland dringend gebraucht. Nur mit ihnen gemeinsam können wir unsere Gemeinde in eine Zukunft führen, in der es gerecht zugeht. Unsere Kinder und Jugendliche haben daher das Recht auf eine unbelastete körperliche, geistige und emotionale Entwicklung. Wir tun daher in unserer Gemeinde alles dafür, dass Kindern und Jugendlichen Bildung und Ausbildung offen stehen und sie später ihren Platz einnehmen können in der Wirtschaft, in der Wissenschaft und in der Arbeitswelt. Ich werde dafür sorgen und das verspreche ich Ihnen-, dass kein junger Mensch, der ausgebildet werden will, ohne eine Ausbildungsstelle bleibt. Jeder Jugendliche wird in dieser Gemeinde einen adäquaten Ausbildungsplatz angeboten bekommen.
6. Wahlkampfthema: Arbeitslosigkeit
Leider gibt uns die immer noch viel zu hohe Arbeitslosigkeit auch in unserer Gemeinde Grund zur Sorge. Das zu ändern ist unsere wichtigste Aufgabe. Unser wichtigstes Ziel und unsere große Vision ist der Abbau der Arbeitslosigkeit in dieser Gemeinde. Das steht ganz oben auf unserer Prioritätenliste. Daran muss sich alles andere messen lassen. Daran will auch ich mich als Bürgermeister dieser Gemeinde messen lassen. Angesichts der hohen Arbeitslosenzahlen mag es schwierig sein, dieses Ziel zu erreichen. Wir werden nur Schritt für Schritt dort hingelangen. Aber ich weiß, wenn wir es gemeinsam mit Ihnen, liebe Mitbürgerinnen und Mitbürger, anpacken, werden wir es schaffen.
Meine Ziele als Bürgermeister für die kommende Zeit sind dabei ganz klar.
7. Aufruf zur Wahl
Wenn Sie, liebe Mitbürgerinnen und Mitbürger, mich und meine Partei bei der bevorstehenden Kommunalwahl wählen, habe ich die Aufgabe, unsere Gemeinde ins 21, Jahrhundert zu führen. Ich empfände es als Privileg und als Auszeichnung, dabei dann Ihr Vertrauen zu haben. Wir stehen auch in unserer Gemeinde vor Entscheidungen, die nicht einfach sind. Aber wir werden uns diesen Entscheidungen stellen, klar und verlässlich, so wie wir ...(hier positives Beispiel aus der täglichen Ratsarbeit bringen) Punkt für Punkt entschieden und dieses Projekt dabei auf einen guten Weg gebracht haben.
Auch in den kommenden 5 Jahren haben Sie, liebe Mitbürgerinnen und Mitbürger, Anspruch auf eine verlässliche politische Führung. Sie, liebe Mitbürgerinnen und Mitbürger, haben an der Schwelle zum 21. Jahrhundert Anspruch auf eine sichere und erfolgreiche Zukunft.
Dafür will ich, hoffentlich mit Ihrer Unterstützung, hier in ...(Name der Gemeinde) kämpfen. Mein Motto für die nächsten 5 Jahre lautet: Es gibt viel zu tun. Packen wir es an!
Redestruktur:
Rede-Anlass:
Eröffnung eines Dienstleistungszentrums
Rede-Thema:
Eröffnung als Aufhänger für eine Wahlkampfrede
Die wichtigsten Aussagen der Rede:
- Die Gemeinde ist stolz auf Ihre Gründerinnen und Gründer
- Die Gründer und der Bürgermeister sind gleichermaßen visionär
- Wahlkampthema Finanzen
- Wahlkampfthema Selbsthilfeprojekte
- Wahlkampthema Jugend
- Wahlkampfthema Arbeitslosigkeit
- Aufruf zur Wahl
Redezeit:
ca. 12 Minuten
Veröffentlicht in „Die besten Reden von A – Z“ März / April 1999
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